Eva Luethi – Vorsitzende von Sharecon Schweiz – wer ist sie?

Eva Luethi ShareconEva, was machst du und woher kennst du die Sharing Economy?

Nutzerin der Sharing Economy bin ich schon lange. Die Idee von #Airbnb hat mich von Anfang an begeistert. Nur war ich mir damals dem Begriff #SharingEconomy nicht bewusst. Dies änderte natürlich in meiner Zeit als CEO von sharoo (2014-2015), der P2P Carsharing Plattform für das Teilen von Autos. In dieser Zeit habe ich Feuer gefangen für dieses Thema. Zurzeit arbeite ich bei Swisscom Innovationen und beschäftige mich auch hier mit dem Thema der Sharing Economy und dessen Potenzial.

Persönlich gefällt mir daran die Vereinfachung des Lebens durch die Minimierung des Besitzes. Als ich für eine längere Reise den Grossteil meines „Besitzes“ verkauft habe habe ich sehr deutlich gespürt, wie entlastend es sein kann wenig zu besitzen. Da ich aber dennoch nicht gerne verzichte und gewisse Dinge auch nutzen will – aber v.a. dann, wenn ich sie auch wirklich brauche – ist die Sharing Economy genau mein Ding.

Warum liegt dir Sharecon am Herzen?

Die Sharing Economy als solches liegt mir am Herzen. Es geht ein Wertewandel damit einher, bei dem nicht mehr der Besitz von Gütern sondern der Zugang im Zentrum steht. Diese Bewegung gilt es voranzutreiben.

Das Ziel von Sharecon ist es, diese Bewegung in der Schweiz voranzutreiben und zu unterstützen. Wir wollen die Startups mit Wirtschaft, Politik und Journalisten verlinken aber auch den Austausch der Startups untereinander fördern. Die Sharing Economy ist eine globale Bewegung, erst wenn wir uns verbinden und gemeinsam dafür einsetzen, können wir etwas erreichen. Das ist auch das Ziel unseres Vereins.

Was denkst du sind die grössten Hürden für die Sharing Economy in der Schweiz?

Schweizer Investoren sind eher zurückhaltend, was Start-ups betrifft. Gerade aber in der Sharing Economy – wo Plattformen und der Aufbau einer Community das Kernstück sind – ist es enorm wichtig über genügend Kapital zu verfügen um dies erreichen zu können. Es muss uns als Verein gelingen, die Sharing Economy in der Schweiz gut zu positionieren, sodass auch Investoren gewillt sind in hiesige Startups zu investieren.

Was sind die grössten Chancen für die Sharing Economy in der Schweiz?

Als Chance sehe ich, dass die Rahmenbedingungen aufgrund der geringen Regulierungsdichte gut sind. Dies wirkt unterstützend, sodass Startups in diesem Bereich entstehen und betrieben werden können. 

Des weiteren denke ich, dass wir derzeit in einer Schweiz leben, in der wir immer weniger in sozialen Netzwerken verbunden sind. Sei dies mit Nachbarn oder aber auch in Vereinen. Die Sharing Economy ist eine Bewegung, die „fremde“ Leute wieder stärker miteinander verbindet. Dieser Nebeneffekt wird sicherlich auch in der Schweiz geschätzt, da wir ja alle im Grunde soziale Wesen sind.

Was hoffst du in der Schweizer Sharing economy zu sehen und mit Sharecon in den naechsten 2-3 Jahren zu erreichen?

Die Sharing Economy ist kein Hype sondern wird die Gesellschaft nachhaltig verändern. Sie ist aber mit einem Wertewandel verbunden, der Zeit beansprucht. In dieser Hinsicht wünsche ich mir von den Startups viel Ausdauer und Hartnäckigkeit, sodass sie dann die Früchte ihrer Vorarbeit auch ernten können, wenn der Wertewandel stattgefunden hat. Als Sharecon wollen wir diesen Wertewandel aktiv mitgestalten, das Thema aktiv bewirtschaften und die Gesellschaft zu diesem Thema sensibilisieren und motivieren, Teil dieser faszinierenden Bewegung zu werden.

Was teilst du persönlich?

Ich teile meinen VW Bus, meine Wohnung, mein Gummiboot (ich wohne direkt an der Aare) etc. Wirklich ungern teile ich eigentlich nur meinen Computer. Ich mag es nicht, wenn Einstellungen daran verändert werden.

Danke für das Interview.

Everyone has something to share. #ilovesharing

Everyone has something to share. And win!

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Image source: matchka / pixelio

Every single one of us has talents or stuff to share. We want to get you thinking about

  • what you are good at that you could share with or teach to others
  • what you own that you rarely use

The so-called Sharing Economy connects people who have something to share with people who would love to rent, swap or borrow your skills and stuff in your community. Become a part of the Sharing Economy yourself, help and support others in your neighbourhood and even earn a little money for sharing what you have. Discover the many sharing platforms in Switzerland, from sharing parking spots, meals, music lessons, sailing boats, cars, skis, lawn mowers, rides…

Chance to win

Show us what you could share with the world! Post a picture on Twitter to sharecon_ch or on our Sharecon Facebook wall between April 27th – May 3rd with the Hashtag #ilovesharing for the chance to win

1st Prize: Rental Car for a day for sharoo.com

2nd Prize: 50CHF Voucher for mila.com

3rd Prize: Free Dinner by cookeat.ch


German version:

Jeder hat etwas zum Teilen… und zu gewinnen!

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Image source: Tim Reckmann / pixelio

Jeder von uns hat Talente oder Sachen zu teilen. Denk doch einmal nach

  • was du gut kannst, das du mit anderen teilen oder anderen beibringen könntest
  • was du besitzt, das du kaum benutzt und ausleihen könntest.

Die sogenannte “Sharing Economy” hilft Leuten, die etwas zum Teilen haben, andere Leute in Ihrer Nähe zu finden, die etwas ausleihen möchten. Werde selbst ein Teil der “Sharing Economy”: Hilf anderen in deiner Nähe und verdiene dir dabei sogar etwas Taschengeld.
Entdecke die vielen “Sharing Economy” Plattformen der Schweiz, die dir erlauben alles von Parkplätzen, Abendessen, Musikstunden, Segelboten, Autos, Rasenmähern und mehr zu teilen.

Sag uns, was du zu teilen hast und gewinne!

Zeig uns, was du mit der Welt teilen könntest. Poste ein Bild auf Twitter an @sharecon_ch oder die Sharecon Facebook Page zwischen 27. April bis 3. Mai mit dem Hashtag#ilovesharing und sichere dir die Chance auf folgende Gewinne gesponsert durch unsere Mitglieder:

1. Preis: Leihwagen von sharoo.com
2. Preis: 50CHF Gutschein von mila.com
3. Preis: Gratis Z’Nacht von cookeat.ch


Founder Interview: Graziella Michel von skillharbour

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  1. Was macht ihr bei skillharbour?

skillharbour ist der Heimathafen für alle unsere Talente und Hobbies. Auf skillharbour werden die verschiedenen Fähigkeiten aller Mitglieder gesammelt – so entsteht ein vielfältiges und spannendes Angebot an Wissen und Talenten, das einfach und Freude bringend unter den Mitgliedern getauscht werden kann. Das alles ohne Kosten für die Teilnehmer.

  1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Helft ihr selbst aktiv anderen mit eurem Wissen und euren Fähigkeiten?

Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, der jemandem mit etwas helfen könnte. Nur ist es meist auf Familien-, Freundes- oder Nachbarschaftskreise beschränkt.
 So ist bei Graziella der Wunsch entstanden, einen online Talent-Tauschmarkt zu erschaffen, wo Fähigkeiten und Bedürfnisse auf unterhaltsame Art und Weise zusammengeführt werden.

Nach mehreren positiven Airbnb-Erfahrungen war klar: Wenn Menschen bereit sind, Intimes wie die eigene Wohnung „Fremden“ anzubieten, sollte es doch möglich sein, untereinander skills auszutauschen. Dies war der Startschuss zum Projekt skillharbour.

Natürlich leben auch wir unseren Grundgedanken „Do what you love for people who love what you do“ aus und bieten unsere Fähigkeiten wie Stricken, Organisation, Schlagzeugunterricht etc. auf skillharbour an. Auch haben wir selbst schon viel Spass und tolle Kontakte beim Tauschen dieser Fähigkeiten erleben können.

  1. Wer bietet bereits Dienstleistungen auf Skillharbour an? Erzähl uns was über die Menschen, die ihre Fähigkeiten teilen.

Den typischen „skillsharer“ gibt es nicht. Vom Studierenden bis zum Pensionierten – alle haben interessante Talente oder Erfahrungen, welche andere gerne nutzen. Natürlich gibt es einige typische Wesenszüge der „Tauscher“. Es sind hauptsächlich offene Personen, welche kontaktfreudig sind und gerne Neues ausprobieren.

  1. Was ist die ungewöhnlichste oder aussergewöhnlichste Dienstleistung, die auf Skillharbour geteilt wird?

Das hängt ganz vom Betrachter ab. Für den einen mag „Schirme reparieren“ ein aussergewöhnliches Angebot sein, für den anderen ist „Trailrunning“ vielleicht eher speziell. Auf jeden Fall freut uns sehr, wie inspirierend  und unterschiedlich die Talente auf skillharbour sind. Auch sind viele im Alltag sehr praktische Angebote wie Nachhilfestunden und Musikstunden mit dabei. Wichtig ist: jeder von uns kann oder weiss etwas. Vielfach sind wir uns gar nicht bewusst, dass das für den einen Selbstverständliche, für den anderen von grossem Nutzen und Interesse sein kann.

Uns persönlich hat die Besichtigung des Flughafens Birrfeld sehr gut gefallen. Wir haben die auf skillharbour angebotene Führung selbst in Anspruch genommen und viel Neues und Interessantes erfahren können.

skillharbour ist eine Plattform für jeden, der Freude hat, seine Fähigkeiten zu teilen, anderen zu helfen und im Gegenzug auch selbst etwas Neues ausprobieren kann.

5. Was sind eure grössten Hürden? Wo könntet IHR noch Hilfe gebrauchen?

Die grösste Herausforderung der Sharing Economy ist, gegenseitiges Vertrauen schaffen zu können. Aus diesem Grund haben wir eine crowdfunding-Kampagne auf 100-days gestartet. Damit möchten wir unser Bewertungssystem optimieren. Dies schafft für alle Mitglieder einen Mehrwert, da durch ein verbessertes Bewertungssystem die Mitglieder gegenseitig persönlicher beurteilt werden können und folglich mehr Sicherheit und Vertrauen geschaffen werden kann.

Eine weitere Herausforderung ist, ein noch breiteres Angebot von skills anbieten zu können, was bedingt, dass möglichst viele Mitglieder ihre verschiedenen Fähigkeiten anbieten. Denn mit jeder neuen Fähigheit wird skillharbour unterhaltsamer und spannender.

skillharbour ist für alle Mitglieder kostenlos und wird es auch bleiben. Aus diesem Grund sind wir auch auf der Suche nach einem geeigneten Partner, um die Plattform langfristig finanzieren zu können.

 

„Leiste dir was mit deiner Leistung“

 

6. Was glaubst du, wie sich die Sharing Economy im Bereich von “Skillsharing” entwickeln wird? Gibt es bestimmte Bereiche, bei denen du besonderes Potenzial siehst?

Ich bin überzeugt, dass das Teilen von Fähigkeiten noch ganz am Anfang steht. Viele Sharing Economy-Modelle entwickeln sich als Alternative zum schnellen und unpersönlichen Konsum. Und Geld ist ein schlechter und unpersönlicher Massstab, wenn es darum geht, persönliche Wertschätzung zu vermitteln.

Ich sehe besonderes Potenzial in Modellen, welche helfen, den Konsum zu entschleunigen und mit persönlichen Erfahrungen und Kontakten zu verbinden. Die Kernwerte von skillharbour sind deshalb auch: „Leiste dir was mit deiner Leistung“ und „Tue was du liebst, für Leute die lieben, was du tust.” Auf skillharbour entstehen neue Kontakte und neben den Fähigkeiten wird auch Wertschätzung getauscht.