Sharecon Impuls 2018 – Die Community trifft sich zum Austausch

Sharecon Impuls 2018 – Die Community trifft sich zum Austausch

Am 19.4.2018 trafen sich in Zürich (Impact Hub/Viadukt) die Mitglieder von Sharecon und einige Interessenten. Sharecon existiert nund bereits seit einiger Zeit und viel ist passiert seit der Gründungen der Vereinigung. Als Sharecon 2013 gegründet wurde, erschien auf der Plattfrom von Fastcompany ein Artikel mit dem Titel «the sharing economy lacks a shared definition». Die Sharing Economy hat sich weiterentwickelt, aber die Aussage des erwähnten Beitrags hat immer noch Gültigkeit.

Sharecon hat in den vergangenen Monaten seine Ausrichtung überarbeitet. Ein erweiterter Vorstand hat die Vision überarbeitet um noch stärker die Sharing Economy in der Schweiz zu vertreten, zu fördern und regional zu verankern.

Sharing Economy ist grundsätzlich nichts Neues. Die Menschen haben schon früher miteinander Produkte und Dienstleistungen geteilt. Teilen war in der Vergangenheit vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten bedeutsam. Dies ist mitunter einer der Gründe, weshalb bereits im 19. Jahrhundert die ersten Kooperativen gegründet wurden.

 

Sharing Economy mag den irreführenden Eindruck vermitteln, dass Teilen von Altruismus handelt und anderen hilft. Der Erfolg der Sharing Economy basiert jedoch auf der Tatsache, dass Menschen Güter und Dienstleistungen einfacher, schneller und ohne viel Aufwand – und über das Internet – austauschen können. Es ist eine moderne Form der Marktwirtschaft.

Seit einigen Jahren können wir immer wieder Berichte über #SharingEconomy, #CollaborativeConsumption, #GigEconomy, #AccessEconomy und #PeerEconomy lesen.

Damit steigt auch das Bedürfnis diese Begrifflichkeiten kurz zu präzisieren, was wir auf unserer Webseite auch tun.

Ganz im Sinne der Vielfältigkeit der Sharing Community in der Schweiz war dann auch das Programm. Den Anfang machte #Croqqer und stellte eine interessante Lösung dar, welche das Community-Building stark in den Fokus stellt. Als ein B-Corp Startup will man einen nachhaltigen Beitrag zum besseren Zusammenleben – vor allem in den Städten – beitragen.

Eine ganz andere Ausrichtung wurde von MyCamper präsentiert. Dieses bereits sehr erfolgreiche Startup hat sich zum Ziel gesetzt das «Airbnb der Camper» zu werden. Es vermittelt Personen, welche Freude am Campen haben den Zugang zu Camper-Fahrzeugen, ohne dass sie selber ein solches Fahrzeug beschaffen müssen.

Carvelo2go eine Lösung der Mobilitätsakademie des TCS stellte eine weitere Ausprägung der Sharing Economy in der Schweiz vor, welche besonders in Städten, aber auch in Dörfern (z.B. Zermatt) einen interessanten Beitrag zur Mobilität liefern. Interessant ist vor allem der Umstand, dass sogenannte «Hosts» die elektrischen Fahrräder betreuen. Hosts sind zum Beispiel kleinere oder grössere Unternehmen wie Restaurants, Coiffeurs oder Gemüsehändler, welche so eine interessante Diversifizierung zum Stammgeschäft realisieren können.

Philipp Koller, der PR & Marketingverantwortliche, im Vorstand von Sharecon zog eine interessante Bilanz der letzten Monate in Bezug auf die Medienpräsenz zum Thema Sharing Economy in der Schweiz.

Analysiert man die Beiträge kann man feststellen, dass u.a. Themen wie CarSharing, coWorking Spaces eher positiv erwähnt wurden, wie auch BlaBlaCar und eine Babykleider-Lösung von Tchibo.

Eher kritisch wurden Lösungen wie die Amigos App der Migros, Mila und Notime erwähnt, wobei hier das Prinzip «für Geld teilen» in Frage gestellt wurde.

Unser Fazit

  • die Sharing Economy wird nur noch selten erklärt, obwohl ein gewisser Bedarf immer noch vorhanden ist;
  • es kristalisiert sich ein klarer Trend für Tourismus, Auto- und Versicherungsindustrie heraus;
  • der Zusammenhang mit der laufenden digitalen Transformation wird zunehmend hergestellt;
  • es zeigt sich immer mehr, dass Sharing Economy nicht nur eine altruistische Perspektive, sondern auch ein interessantes Geschäftsmodell darstellt.

 

Sharecon stellte ebenfalls kurz seine neue Website vor, welche noch näher an die Konsumenten und die Sharing Community gelangen will. Schaut doch einfach mal vorbei!

Zum Schluss noch möchten wir dich einladen folgende Frage zu beantworten und uns deine Meinung und Sichtweise mitzuteilen:

 

«Wie stellst du dir die Sharing Economy von morgen vor?»

Wir freuen uns auf deine Meinung.

6 + 14 =

Wie viel Regulierung braucht die Sharing Economy Schweiz?

Sharecon_Event14Sharecon Schweiz führte am 2. Oktober 2014 in Bern in der Räumlichkeiten der Versicherung Die Mobiliar, dem offiziellen Sponsor und Host, einen Anlass mit Podiumsdiskussion zum Thema «Wieviel Regulierung braucht die Schweizer Sharing Economy?» durch.

Der Kapitalismus könnte sich als Wirtschaftsform schon bald überholt haben, prophezeit der US-Ökonom Jeremy Rifkin in seinem gerade erschienenen Buch „Die Null Grenzkosten Gesellschaft“. Nur in einer Welt, deren Werte Zugang und Teilhabe hießen, lasse sich die Öko-Katastrophe abwenden  (Quelle: www.cicereo.de vom 15. September 2014).

Mehr als 80 Teilnehmer, darunter Mitglieder des Sharecon Vereins, Startups, Interessierte, Vertreter aus der Wirtschaft und der Forschung sowie Journalisten haben den Weg nach Bern gefunden und an der Veranstaltung teilgenommen.

Seit Monaten sorgen besonders zwei Anbieter, die Zimmer- und Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb und die Taxivermittlungs-Plattform Uber, vor allem im Ausland fast täglich für Schlagzeilen. Sie werden kritisiert, dass sie Rechtsbestimmungen umgehen und dank dem ungleichen Wettbewerbsvorteil Geld verdienen. So lauten die Vorwürfe z.B. bei Airbnb immer wieder, dass branchenweite Vorschriften wie Passkontrollen oder Kurtaxen umgangen werden (Quelle zu weiteren Informationen: www.nzz.ch vom 5. September 2014)

Auch in der Schweiz stellen sich mit dem Aufschwung der Sharing-Economy Fragen der Regulierung. Das Ziel des Anlasses war es den status quo darzustellen, Herausforderungen von Startups anzusprechen und auch den Handlungsbedarf näher zu diskutieren.

Nach einer Begrüssung durch Herrn Gicot, Mitglied der Geschäftsleitung der Mobiliar und Leiter Business Development, eröffnete Herr Roger Basler – www.unternehmens-architekt.ch – den Abend mit einem Ausblick zur Sharing Economy 2020+.

Basler sieht in dem Aufblühen der Sharing Economy auch den gesellschaftlichen Wandel zu einer neuen Währung, Vertrauen. Persönliche Ratings von verschiedenen Plattformen sollen so in der Zukunft ein Vertrauens-Ranking für jede Person werden und individuellere, menschlichere Interaktionen zulassen.

Im zweiten Teil gab Herr Dr. Christian Laux – Inhaber von www.lauxlawyers.ch – einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Sharing Economy. «Viele vermeintlich neue Rechtsfragen lassen sich durch geltendes Recht beantworten», erklärt Dr Laux «denn die Lebenssachverhalte ändern sich mit dem Internet nicht grundsätzlich». Die grosse Neuerung sei das Auftreten einer Plattform als dritter Partei zwischen einem Nutzer und einem Anbieter. Diese erfülle hierbei oftmals die Garantienahme, Versicherung oder Sicherstellung einer Transaktion oder Transaktionsqualität, wie z.B. der Sicherheit des Mitfahrenden bei einer Fahrtvermittlung oder den Hygiene-Standards bei einer Übernachtungsbuchung. Hierbei übernehme die Plattform auch traditionelle «Aufgaben des Staates», wie Lizenzpflicht für qualifizierte Fahrer oder Hygienekontrollen für Hotels. Hier ist es wichtig zu hinterfragen, ob diese Veränderung zeitgemäss und sinnvoll ist, oder ob vielleicht andere wichtige Aspekte vernachlässigt werden, die eine Kontrolle des Staates auch langfristig weiterhin befürworten.

«Nicht zulässig kann es jedoch sein, wenn Anbieter Vorsprung durch Rechtsbruch erreichen», führt Dr. Christian Laux weiter aus.

An der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von German Ramirez (www.sparkandstrategy.com), diskutierten Dr. Christian Laux (www.lauxlawyers.ch), Pascal Renaud, Fachsekretär der Grünen, (www.gruene.ch), Andreas Kyriacou (www.kyriacou.ch) und René F. Lisi (www.share4you.ch & www.sharecon.ch) über die Möglichkeiten das Thema Regulierung proaktiv anzugehen.

Als zielführende Strategien für Startups wurden festgehalten (1) die eigenen AGBs den rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen, sodass gar kein Rechtsbruch und kein Regulationsbedarf vorliegt, und (2) den gesellschaftlichen Nutzen der Startups, wie z.B. CO2 Einsparungen, klar und quantifizierbar darzustellen und bei Interessensverbänden und in der Politik als konstruktive und sympathische Organisation auf dem Radar zu erscheinen.

NetworkingNetworking und Gespräche unter den Teilnehmern durften selbstverständlich auch nicht fehlen und wurde rege genutzt.

Wie geht es nun weiter?

Im Anschluss an die Veranstaltung wird der Verein Sharecon zudem in den nächsten Tagen eine Umfrage lancieren, mit dem Ziel die unterschiedlichen Angebote und Business Modelle näher beschreiben zu können und dadurch den tatsächlichen Regulierungsbedarf in den einzelnen Branchen unter den Schweizer Startups näher zu kartieren und dokumentieren.

Diese Sharing Economy Landkarte der Schweiz soll dazu dienen, die Diskussion aktiv weiterzuführen. Wir danken bereits heute allen Start-Ups für die aktive Teilnahme an dieser Umfrage.

Weiterführende Information

Wir haben die Präsentationsunterlagen auf Slideshare publiziert.

Faktenblatt zu „Sharing Economy und Politik“

Grüne Wirtschaft (Website)

Faktenblatt (PDF Dokument)

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