Founder Interview: Graziella Michel von skillharbour

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  1. Was macht ihr bei skillharbour?

skillharbour ist der Heimathafen für alle unsere Talente und Hobbies. Auf skillharbour werden die verschiedenen Fähigkeiten aller Mitglieder gesammelt – so entsteht ein vielfältiges und spannendes Angebot an Wissen und Talenten, das einfach und Freude bringend unter den Mitgliedern getauscht werden kann. Das alles ohne Kosten für die Teilnehmer.

  1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Helft ihr selbst aktiv anderen mit eurem Wissen und euren Fähigkeiten?

Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, der jemandem mit etwas helfen könnte. Nur ist es meist auf Familien-, Freundes- oder Nachbarschaftskreise beschränkt.
 So ist bei Graziella der Wunsch entstanden, einen online Talent-Tauschmarkt zu erschaffen, wo Fähigkeiten und Bedürfnisse auf unterhaltsame Art und Weise zusammengeführt werden.

Nach mehreren positiven Airbnb-Erfahrungen war klar: Wenn Menschen bereit sind, Intimes wie die eigene Wohnung „Fremden“ anzubieten, sollte es doch möglich sein, untereinander skills auszutauschen. Dies war der Startschuss zum Projekt skillharbour.

Natürlich leben auch wir unseren Grundgedanken „Do what you love for people who love what you do“ aus und bieten unsere Fähigkeiten wie Stricken, Organisation, Schlagzeugunterricht etc. auf skillharbour an. Auch haben wir selbst schon viel Spass und tolle Kontakte beim Tauschen dieser Fähigkeiten erleben können.

  1. Wer bietet bereits Dienstleistungen auf Skillharbour an? Erzähl uns was über die Menschen, die ihre Fähigkeiten teilen.

Den typischen „skillsharer“ gibt es nicht. Vom Studierenden bis zum Pensionierten – alle haben interessante Talente oder Erfahrungen, welche andere gerne nutzen. Natürlich gibt es einige typische Wesenszüge der „Tauscher“. Es sind hauptsächlich offene Personen, welche kontaktfreudig sind und gerne Neues ausprobieren.

  1. Was ist die ungewöhnlichste oder aussergewöhnlichste Dienstleistung, die auf Skillharbour geteilt wird?

Das hängt ganz vom Betrachter ab. Für den einen mag „Schirme reparieren“ ein aussergewöhnliches Angebot sein, für den anderen ist „Trailrunning“ vielleicht eher speziell. Auf jeden Fall freut uns sehr, wie inspirierend  und unterschiedlich die Talente auf skillharbour sind. Auch sind viele im Alltag sehr praktische Angebote wie Nachhilfestunden und Musikstunden mit dabei. Wichtig ist: jeder von uns kann oder weiss etwas. Vielfach sind wir uns gar nicht bewusst, dass das für den einen Selbstverständliche, für den anderen von grossem Nutzen und Interesse sein kann.

Uns persönlich hat die Besichtigung des Flughafens Birrfeld sehr gut gefallen. Wir haben die auf skillharbour angebotene Führung selbst in Anspruch genommen und viel Neues und Interessantes erfahren können.

skillharbour ist eine Plattform für jeden, der Freude hat, seine Fähigkeiten zu teilen, anderen zu helfen und im Gegenzug auch selbst etwas Neues ausprobieren kann.

5. Was sind eure grössten Hürden? Wo könntet IHR noch Hilfe gebrauchen?

Die grösste Herausforderung der Sharing Economy ist, gegenseitiges Vertrauen schaffen zu können. Aus diesem Grund haben wir eine crowdfunding-Kampagne auf 100-days gestartet. Damit möchten wir unser Bewertungssystem optimieren. Dies schafft für alle Mitglieder einen Mehrwert, da durch ein verbessertes Bewertungssystem die Mitglieder gegenseitig persönlicher beurteilt werden können und folglich mehr Sicherheit und Vertrauen geschaffen werden kann.

Eine weitere Herausforderung ist, ein noch breiteres Angebot von skills anbieten zu können, was bedingt, dass möglichst viele Mitglieder ihre verschiedenen Fähigkeiten anbieten. Denn mit jeder neuen Fähigheit wird skillharbour unterhaltsamer und spannender.

skillharbour ist für alle Mitglieder kostenlos und wird es auch bleiben. Aus diesem Grund sind wir auch auf der Suche nach einem geeigneten Partner, um die Plattform langfristig finanzieren zu können.

 

„Leiste dir was mit deiner Leistung“

 

6. Was glaubst du, wie sich die Sharing Economy im Bereich von “Skillsharing” entwickeln wird? Gibt es bestimmte Bereiche, bei denen du besonderes Potenzial siehst?

Ich bin überzeugt, dass das Teilen von Fähigkeiten noch ganz am Anfang steht. Viele Sharing Economy-Modelle entwickeln sich als Alternative zum schnellen und unpersönlichen Konsum. Und Geld ist ein schlechter und unpersönlicher Massstab, wenn es darum geht, persönliche Wertschätzung zu vermitteln.

Ich sehe besonderes Potenzial in Modellen, welche helfen, den Konsum zu entschleunigen und mit persönlichen Erfahrungen und Kontakten zu verbinden. Die Kernwerte von skillharbour sind deshalb auch: „Leiste dir was mit deiner Leistung“ und „Tue was du liebst, für Leute die lieben, was du tust.” Auf skillharbour entstehen neue Kontakte und neben den Fähigkeiten wird auch Wertschätzung getauscht.

 

Founder Interview: Andreas Braendle von Batte.re

battere

 

1. Was macht ihr bei Batte.re?

Battere will einen Beitrag zu Energiewende und Kreislaufwirtschaft leisten. Wir ermöglichen es unseren Kunden, kabellose Geräte mit Solarstrom zu betreiben, mit dem selben Komfort wie Einwegbatterien, aber ohne dabei den ganzen Batterieabfall zu produzieren. Unser erstes Produkt ist ein Akku-Service für Gerätebatterien. Per Velokurier liefern wir unseren Kunden monatlich frisch mit Solarstrom geladene Geräteakkus, nehmen die leeren wieder mit und laden diese wieder mit Solarstrom auf.

 

2. Wer nutzt Euer Angebot und was sind die Hauptanreize? Geld sparen oder die Umweltbilanz verbessern?

Im Moment richten wir uns vor allem an Unternehmen, die Wert darauf legen, neben ökonomischen Erfolg, auch ökologisch zu wirtschaften. Das sind Grossunternehmen wie Swiss Re oder Zurich Versicherungen, aber auch KMUs wie beispielsweise Taschenhersteller Freitag oder diverse Werbeagenturen. In einem Betrieb Einwegbatterien durch unsere solargeladenen Akkus zu ersetzen, ist für unsere Kunden ohne Mehraufwand möglich, da wir die Nutzung von Akkus gleich komfortabel machen.

 

3. Was sagen bestehende Batteriefirmen zu Batte.re? Seid ihr ein co-existierender Nischenmarkt oder habt ihr schon Übernahmeangebote?

Für bestehende Batteriefirmen sind wir keine Konkurrenz, da wir uns in einer für diese relativ uninteressanten Nische befinden und nicht an Endkonsumenten richten. Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen, kein Batteriehersteller.

 

4. Das bessere Nutzen von Ressourcen, das Recyclieren ist im Trend.  Werden wir irgendwann alles selbst reparieren und umfunktionieren? Was denkst du in welchen Bereichen sich der Trend besonders weiterentwickeln wird?

Ich sehe im Umdenken bei der effizienteren Nutzung von Ressourcen nicht ein Trend, sondern eine ökologische, aber auch ökonomische Notwendigkeit. Besonders schnell wird sich dies dort entwickeln, wo nicht erneuerbare Güter verbraucht werden. Sei dies bei Verpackungen, bei fossiler Energie, bei billigen Konsumgütern und vielem mehr.

 

5. Was recycelst und teilst du persönlich?

Das beste Recycling ist es, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen. Da ich relativ shopping-avers bin, sammeln sich in meiner sowieso schon sehr karg eingerichteten Wohnung auch keine Dinge an, die dereinst entsorgt werden müssten. Bei den Gegenständen des täglichen Bedarfs recycle ich alles, was man in der Schweiz üblicherweise recyclet. Von Pet über Papier zu Flaschen etc. Im Büro leisten wir uns das praktische Abo von Mr. Green. Der kommt einmal im Monat vorbei, holt alle Recyclinggüter ab und führt sie den entsprechenden Recyclingströmen zu. Generell versuche ich gar nicht erst Produkte zu kaufen, die Abfall produzieren.
Bezüglich Teilen: Meine Wohnung teile ich auf Airbnb, ansonsten besitze ich ausser ein Velo kaum etwas das ich teilen könnte. Battere ist ebenfalls ein Konzept der Sharing-Economy: Unsere Kunden müssen sich keine Akkus und Ladegeräte kaufen, sondern teilen sich die geladenen Akkus möglichst ressourcen-effizient. Zudem teilen wir im Büro unsere edle Kaffeemaschine mit allen Connaisseurs. Alle, die bei uns an der Gasometerstrasse kostenlos einen tollen Kaffee trinken möchten und mit uns über Batterien plaudern wollen, sind herzlich willkommen.
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