Was bedeutet Sharing Economy? Was versteht man unter Access Economy?

Sharing Economy ist grundsätzlich nichts Neues. Die Menschen haben schon früher miteinander Produkte und Dienstleistungen geteilt. Teilen war in der Vergangenheit vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten bedeutsam. Dies ist mitunter einer der Gründe, weshalb bereits im 19. Jahrhundert die ersten Kooperativen gegründet wurden.

Sharing Economy mag den irreführenden Eindruck vermitteln, dass Teilen von Altruismus handelt und anderen hilft. Der Erfolg der Sharing Economy basiert jedoch auf der Tatsache, dass Menschen Güter und Dienstleistungen einfacher, schneller und ohne viel Aufwand – und über das Internet – austauschen können. Es ist eine moderne Form der Marktwirtschaft.

Seit einigen Jahren können wir immer wieder Berichte über Sharing Economy, Collaborative Consumption, Gig Economy, Access Economy und Peer-Economy lesen.

Damit steigt auch das Bedürfnis diese Begrifflichkeiten kurz zu präzisieren.

SHARITY – die Zukunft des Teilens – GDI Nr. 39

Immer mehr Menschen teilen ihren Besitz, Autos, Häuser, Gärten oder Büros werden gemeinsam genutzt. Fast täglich kommen neue Online-Dienste auf den Markt, mit denen alles geteilt wird, was geteilt werden kann.
Die neuen Online-Märkte vereinfachen den gemeinsamen Konsum in bisher ungekannter Weise.
Die neue GDI-Studie untersucht das Phänomen des Teilens mittels qualitativer Interviews und einer quantitativen Erhebung. Sie liefert Antworten auf folgende Fragen:

  • Was teilen wir, was nicht?
  • Wer teilt gerne, wer weniger?
  • Welche neuen Sharing-Märkte entstehen?

Klar ist: Wir werden in Zukunft noch mehr Dinge mit anderen Menschen teilen (müssen) – Teilen wird zu einer Norm. Die neue Sharing-Economy verlangt nach kollaborativen Konsum-, Lebens- und Arbeitsformen. Was das für KonsumentInnen und Unternehmen bedeutet, zeigt diese Studie.

Sharing Economy

Es gibt verschiedene Definitionen,, welche alle irgendwie ihre Gültigkeit haben. Hier die wichtigsten Beispiele:

„Eine mögliche Definition der Sharing Economy ist, dass sich die Verbraucher (oder Firmen) gegenseitig temporär Zugang zu ihren ungenutzten physischen Ressourcen (“ Leerkapazitäten „), möglicherweise für Geld, gewähren.“ Beachten Sie, dass unsere Definition eingeschränkter ist als die von Rachel Botsman, die auch andere „Vermögenswerte“ wie Fähigkeiten und Zeit teilt. TOON MEELEN AND KOEN FRENKEN (14.01.15)

 

Collaborative Economy: Ein ökonomisches System von dezentralisierten Netzwerken und Marktplätzen, das den Wert von zu wenig genutzten Assets durch Abgleich von Bedürfnissen und Besitz auf eine Weise freisetzt, die traditionelle Mittelsmänner umgeht. Gute Beispiele: Etsy, Kickstarter, Taskrabbit

Sharing Economy: Ein Wirtschaftssystem, das darauf basiert, ungenutzte Vermögenswerte oder Dienstleistungen kostenlos oder gegen Gebühr direkt von Einzelpersonen zu teilen. Gute Beispiele: Airbnb, BlaBlaCar

Kollaborativer Konsum: Die Neuerfindung traditioneller Marktverhaltensweisen – Mieten, Ausleihen, Tauschen, Teilen, Tauschen, Verschenken von Technologie – in einer Art und Weise, die vor dem Internet nicht möglich ist. Gute Beispiele: Getable, eBay

On-Demand-Services: Plattformen, die Kundenbedürfnisse direkt mit Anbietern decken, um Waren und Dienstleistungen sofort zu liefern. Gute Beispiele: Uber, Washio
RACHEL BOTSMAN 27.05.15

Access Economy

Die Access Economy ist ein Geschäftsmodell, bei dem Waren und Dienstleistungen auf der Grundlage von Zugang statt Eigentum gehandelt werden: Sie bezieht sich auf die vorübergehende Vermietung von Dingen, anstatt sie dauerhaft zu verkaufen.

Der Begriff entstand als eine Korrektur des Begriffs Sharing Economy, da wichtige Akteure in der Sharing Economy, wie Airbnb und Uber, kommerzielle Unternehmen sind, deren Geschäfte keine gemeinsame Nutzung beinhalten.

Dieses Modell nutzt eine Technologieplattform, auf die häufig über ein Mobiltelefon zugegriffen wird, um Anbieter zu verbinden, die bereit sind, Vermögenswerte (z. B. Mietwohnungen oder Autos für Transportdienstleistungen) bei Verbrauchern zu mieten. Dies kann den Bedarf an Vermittlern (z. B. organisierten Unternehmen wie Taxiunternehmen) zwischen dem Lieferanten und dem Verbraucher verringern. Solche Plattformen können auch genutzt werden, um Arbeitgeber und Arbeiter für kurzfristige Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbinden, indem sie traditionelle Arbeitsvermittlungsfirmen und Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen umgehen (siehe Begriff Gig Economy).

SCHLÜSSELKRITERIEN

Rachel Botsmans fünf Hauptzutaten zu „wirklich kollaborativen, Sharing-getriebenen Unternehmen“:

  • Die Kerngeschäftsidee besteht darin, den Wert ungenutzter oder nicht ausgelasteter Vermögenswerte („Leerlaufkapazität“) zu erschließen, unabhängig davon, ob es sich um monetäre oder nicht monetäre Vorteile handelt.
  • Das Unternehmen sollte eine klare wertegesteuerte Mission haben und auf sinnvollen Prinzipien wie Transparenz, Menschlichkeit und Authentizität basieren, die kurz- und langfristige strategische Entscheidungen beeinflussen.
  • Die Anbieter auf der Angebotsseite sollten geschätzt, respektiert und bevollmächtigt werden und die Unternehmen verpflichten sich, das Leben dieser Anbieter ökonomisch und sozial besser zu machen.
  • Die Kunden auf der Nachfrageseite der Plattformen sollten von der Fähigkeit profitieren, Güter und Dienstleistungen auf effizientere Weise zu erhalten, was bedeutet, dass sie für den Zugang anstelle des Eigentums zahlen.
  • Das Geschäft sollte auf verteilten Marktplätzen oder dezentralen Netzwerken aufgebaut sein, die ein Zugehörigkeitsgefühl, kollektive Verantwortlichkeit und gegenseitigen Nutzen durch die Gemeinschaft, die sie aufbauen, schaffen.

HAUPTFOKUS

#community_building, #social_exchange

SCHLÜSSELKRITERIEN

  • Basiert auf Peer-to-Peer Plattformtechnologie
  • Plattformen, die Kundenbedürfnisse direkt mit Anbietern decken, um Waren und Dienstleistungen sofort zu liefern. Gute Beispiele: Uber, Airbnb
  • Zugang zu Produkten und Dienstleistungen ohne diese besitzen zu müssen.

 

HAUPTFOKUS

#access_to_assets, #lower_costs, #customer_experience