Blockchain und Sharing Economy

Blockchain und Sharing Economy

Die Blockchain-Technologie hält Einzug in unseren Alltag. Unter anderem wird sie den direkten Austausch von Gütern und Dienstleistungen zwischen Individuen in Peer-to-Peer-Netzwerken verstärken.

Bietet die Blockchain damit auch die Infrastruktur für eine neue dezentralisierte Sharing Economy?

Was heisst eigentlich #Blockchain? Es gibt mehr oder weniger „verständliche“ Definitionen. Hier diejenige aus Wikipedia.

Eine Blockchain (auch Block Chain, englisch für Blockkette) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, genannt „Blöcke“, welche mittels kryptographischer Verfahrenmiteinander verkettet sind. Jeder Block enthält dabei typischerweise einen kryptographisch sicheren Hash (Streuwert) des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten.

Der Begriff Blockchain wird auch genutzt, wenn ein Buchführungssystem dezentral geführt wird und der jeweils richtige Zustand dokumentiert werden muss, weil viele Teilnehmer an der Buchführung beteiligt sind. Dieses Konzept wird als Distributed-Ledger-Technologie (dezentral geführte Kontobuchtechnologie) oder DLT bezeichnet.  Was dokumentiert werden soll, ist für den Begriff der Blockchain unerheblich. Entscheidend ist, dass spätere Transaktionen auf früheren Transaktionen aufbauen und diese als richtig bestätigen, indem sie die Kenntnis der früheren Transaktionen beweisen. Damit wird es unmöglich gemacht, Existenz oder Inhalt der früheren Transaktionen zu manipulieren oder zu tilgen, ohne gleichzeitig alle späteren Transaktionen ebenfalls zu zerstören. Andere Teilnehmer der dezentralen Buchführung, die noch Kenntnis der späteren Transaktionen haben, würden eine manipulierte Kopie der Blockchain daran erkennen, dass sie Inkonsistenzen in den Berechnungen aufweist.

Es ist nicht immer einfach sich einen konkreten Überblick zu verschaffen und zwischen Forschung und operativer Realität unterscheiden zu können. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass dieses Themenfeld eine Vielzahl von Startups beschäftigt, Es gibt jedoch auch operative Anwendungen, welche bereits auf dieser Infrastrukturtechnologie aufsetzen.
Es gibt Unternehmen, welche sich diese Technologie zu eigen gemacht haben und konkrete Anwendungen realisieren. Zum Beispiel realisieren das Strassenverkehrsamt, zusammen mit der AXA Winterthur und Mobility das auf Blockchain basierende Car-Dossier.

Es gibt bereits konkrete Anwendungen der Sharing Econnomy, welche aktiv und erfolgreich am Markt sind und mit dieser Technologie realisiert wurden. Hier ein Beispiel:

Unternehmen benötigen für ihre Entwicklung finanzielle Mittel. Investoren suchen nach sinnvollen Anlagemöglichkeiten für ihr Geld. Auf dem swisspeers Online-Marktplatz treffen Unternehmen mit Finanzierungsbedarf auf Investoren mit Anlagebedarf. Bequem, einfach, transparent und fair für beide Seiten – so geht Crowdlending an KMU.

Es gibt weitere Ideen, wie man diese neue Technologie im Sharing Economy Umfeld zum Einsatz bringen könnte. Ein Zuger Startup @tendswiss hat sich zum Beispiel zum Ziel gesetzt, die Sharing Economy auch in finannziell gut betuchten Kreisen zu verankern. Die Idee: Gut betuchte Leute sollen einen Teil ihres Vermögens nicht nur in gesichtslose ETF, Aktien oder Obligationen anlegen können, sondern auch in Weingüter, in ein Gemälde oder einen Porsche 356 A Speed­ster. Investieren in Anlagen, die eine sogenannte Erlebnis-Dividende garantieren: So lautet das Motto. Einmal pro Jahr eine Woche im Sportwagen unterwegs sein, dreissig Flaschen Wein aus dem eigenen Gut. Ideen gibt es genug. Diese Idee will er mit Ethereum umsetzen. Mehr dazu in einem interessanten Handelszeitungsartikel vom November 2017.

 

In enger Zusammenarbeit mit dem Blockchain Center der Universität Zürich und Trust Square hat Sharecon eine Veranstaltung aufgesetzt, welche etwas mehr Klarheit in diese Thematik vermitteln soll.
Die Blockchain Technologie wird am Beispiel von konkreten Anwendungen erläutert. Eine gute Gelegenheit sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und neue Leute kennenzulernen.

Der Anlass findet am 17. Oktober 2018 in den Räumlichkeiten von Trust Square an der Bahnhofstrasse 3, 8001 Zürich statt. Detailprogramm.

Der Anlass ist kostenlos. Tickets können hier reserviert werden.

Was haben Panini Stickers mit Sharing Economy zu tun?

Was haben Panini Stickers mit Sharing Economy zu tun?

Aktuell werden tausende Panini-Sticker getauscht

Exsila gehört zu den ersten Sharecon-Mitgliedern. Mit über 100 000 Nutzern, Ca. 235 000 Angeboten und rund 25 000 Transaktionen im Monat ist es die grösste Online-Tauschbörse der Schweiz. Wie die Plattform genau funktioniert, was am meisten getauscht wird und wie sich das Tauschverhalten seit der Gründung 2006 verändert hat, sagt uns CEO Remo Uherek im Interview.

Wie funktioniert Exsila genau?

Nach der kostenlosen Registrierung erhält jedes neue Mitglied einen Gratis-Artikel, um mit dem System bei Exsila vertraut zu werden. Eine vollständige Transaktionsabwicklung kann man so bereits miterleben, ohne dass Geld in die Hand genommen werden muss. Anschliessend können eigene Artikel in Exsila-Punkten angeboten werden, um damit Exsila-Punkte zu erhalten. Falls man keine Angebote erstellen möchte, kann man auch Exsila-Punkte gegen Geld erwerben. Auf Exsila kann ausschliesslich in Exsila-Punkten bestellt oder angeboten werden.

Weshalb soll man tauschen und nicht einfach z.B. über Ebay kaufen bzw. verkaufen?

Da Exsila-Punkte nur auf Exsila einen Wert haben, finden sich auf unserer Tauschbörse auch hauptsächlich Privatpersonen zusammen. Exsila-Punkte haben für Grossunternehmen keinen Wert, deshalb wird Exsila nicht für den Absatz genutzt. Ein Tausch fühlt sich dadurch an wie «Ich mache jemandem eine Freude» und nicht wie «Ich verkaufe etwas gegen Geld».

Was wird momentan am meisten nachgefragt?

Angefangen als Tauschbörse für Filme, haben wir noch heute in diesem Bereich zahlreiche Filmfans. Die Nachfrage ist sehr situationsabhängig. Aktuell werden beispielsweise tausende Panini-Sticker getauscht, da sich alle im Fussballfieber befinden. Heute haben wir auch eine rege Community im Bereich der Bücher, Musik, Kleidung und vieles mehr. Unbestritten wird in der Kategorie «Filme» aber weiterhin am meisten Nachfrage generiert.

Was wird am meisten angeboten?

Am meisten Angebote findet man in der Kategorie Bücher. Ein ganzer Drittel aller Angebote machen Bücher aus, was Herzen von Buchliebhaber höherschlagen lässt.

Wie hat sich Angebot und Nachfrage seit Gründung von Exsila verändert?

Im 2006 sind wir als Geheimtipp für Filmfreaks gestartet. Die Anzahl Mitglieder hat sich die ersten Monate und Jahre sehr stark gesteigert. Die Kategorien waren hingegen beschränkt. Heute ist das Mitgliederwachstum in keinem Verhältnis zu damals. Aber das ist auf einem höheren Niveau auch schwierig beizubehalten. Die Kategorienvielfalt hat hingegen zugenommen. Heute kann fast alles auf Exsila angeboten werden. Und bei Strichcode-Artikeln wie Filmen, Büchern oder CDs gelingt dies blitzschnell mit dem Strichcode-Scanner unserer kostenlosen Exsila-App.

Wie wird man als Nutzer auf Exsila aufmerksam?

Die meisten neuen Mitglieder generieren wir, indem Exsila bei einer wohlbekannten Suchmaschine als Suchresultat aufpoppt. Aber auch über Blogs oder den Sozialen Medien wird man auf Exsila aufmerksam. Das Beste hingegen ist, wenn überzeugte Mitglieder ihren Freunden von uns erzählen. Dieses Vertrauen führt dann zu den aktivsten und überzeugtesten Exsilanern. (so nennen wir unsere Mitglieder)

Gibt es den typischen Exsila-Nutzer?

Es gibt ein paar Merkmale, die verschiedene Nutzergruppen von Exsila ausmachen. Bei vielen ist das primäre Motiv, dass man gute Artikel, die man nicht mehr braucht, nicht einfach wegwirft. (Stichwort «Ökologisch») Bei anderen überwiegt der Gedanke, dass man durch das Anbieten eigener Artikel wieder zu Artikel kommt, die man sich wünscht. Ohne, dass viel Geld in die Hand genommen werden muss. (Stichwort «Günstig») Wiederum andere sind Teil dieser Gemeinschaft, um ein Zeichen gegen die Kommerzialisierung und den ausufernden Materialismus zu setzen. (Stichwort «Revolutionär») Die Altersstruktur ist dabei bunt durchmischt. Von 18-70 Jahren sind alle Altersklassen vertreten.

Ist die Plattform lukrativ?

Exsila kann sich durch den Punkteverkauf und die geringen Tauschgebühren die Selbstkosten und die Weiterentwicklung der Tauschbörse selbstständig finanzieren. Wir sind unabhängig und müssen dadurch nicht im Dienste Dritter agieren.

Danke Remo für das Interview und den Blick hinter die Kulissen von Exsila.

Gig Economy – Modeerscheinung oder neuer Trend?

Gig Economy – Modeerscheinung oder neuer Trend?

«Gig Economy» ist ein Ausdruck, welchen man immer wieder in der Presse wiederfindet. Was bedeutet das eigentlich?  Gig-Economy ist ein Begriff, der sich auf die zunehmende Tendenz von Unternehmen bezieht, unabhängige Auftragnehmer und Kurzarbeiter einzustellen und die erhöhte Verfügbarkeit von Arbeitskräften für diese kurzfristigen Vereinbarungen. Die Gig-Economy hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen teilweise aufgrund der Beliebtheit des Internets auf auch aufgrund neuer technischer Möglichkeiten wie z. B.  Apps und Peer-to-Peer Portale, welche Nachfrager und Anbieter auf einfachste Weise miteinander in Kontakt bringen.

In Wikipedia kann man folgende Definition/Beschreibung nachlesen:

Gig Economy (von englisch: Gig für Auftritt) bezeichnet einen Teil des Arbeitsmarktes, bei dem kleine Aufträge kurzfristig an unabhängige Freiberufler oder geringfügig Beschäftigte vergeben werden. Dabei dient häufig eine Onlineplattform als Mittler zwischen Kunde und Auftragnehmer, die Rahmenbedingungen setzt und deren Betreiber eine Provision einbehält.

Wenn man diesen Markt aus der Perspektive von Rachel Botsmann’s Definition der Sharinng Economy betrachtet, kann man die Gig-Economy ebenfalls der Sharing/Access Economy zuweisen. Es geht um den Zugang zu Arbeitskräften resp. Skills, ohne dass man diese in Form von Vollzeit-Jobs «besitzen» muss.

Ist die Gig-Economy Teil der digitalen Transformation?

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig «Ja». Peer-to-Peer Plattformen gehören zu den 50 Business Model Pattern, welche man im Business Model Navigator von BMI lab nachlesen kann. Im Rahmen der laufenden digitalen Transformation wird der Arbeitsmarkt einige Umwälzungen erfahren. Heute ist es aus unterschiedlichen Beweggründen gang und gäbe, dass ältere Arbeitskräfte durch jüngere und ggf. «günstigere» Mitarbeitende ersetzt werden. Andere Job-Arten werden durch neue Technologien abgelöst werden.

Wir sind überzeugt, dass die Gig-Economy nicht nur fester Bestandteil des Sharing Economy Marktes ist, sondern dass es ein alternatives Beschäftigungsmodell darstellt, welches es Menschen die Möglichkeit verschafft, einer wertschätzenden Beschäftigung nachzugehen. Es gibt auch in der Schweiz bereits derartige Plattformen, wie z.B. Lawoon.

Was wird sich also ändern?

  • Gig-Worker liefern eine definierte Leistung im Auftragsverfahren. Es besteht jedoch ein gewisses Risiko, dass Vollzeitjobs immer mehr durch Teilzeit-Aufträge ersetzt werden könnten, mit den Auswirkungen welche wir ja bereits heute in Europa beobachten können (z.B.  400 € Jobs usw.);
  • Gig-Worker sind in der Lage ihr Wissen und ihre Erfahrung eigenständig und gewinnbringend zu vermarkten (Einzelunternehmer);
  • Gig-Economy ermöglicht es Unternehmen ihre Kostenstruktur zu optimieren, ohne auf die wichtigen Skills verzichten zu müssen.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

In den USA ist die Gig-Economy bereits weit verbreitet mit über 53 Mio. Menschen, die als Temporärarbeitende eingesetzt werden. Die Gig-Economy ist somit nicht nur ein Schlagwort. Es ist eine genaue Beschreibung des Zustandes des modernen Arbeitsmarktes; Obwohl das Bureau of Labor Statistics in den USA zugegeben hat, dass es schwierig ist, die genaue Anzahl an unabhängigen Auftragnehmern und Zeitarbeitern zu zählen, schätzt Intuit, dass Gig-Arbeiter 34 Prozent der Belegschaft ausmachen und bis 2020 auf 43 Prozent anwachsen werden.

Der Bericht «the future of work» von EY aus dem Jahr 2016 vermittelt ebenfalls einige interessante Einblicke.

Gesellschaftspolitische Auswirkungen?

Gut möglich, dass diese Tendenz der Gig Economy auch gesellschaftspolitisch Auswirkungen haben wird. Wunsch und Wirklichkeit klaffen aber noch weit auseinander und bedingen, dass die Regelwerke diesen neuen Trends angepasst werden müssen.

Die Nachfrage seine Dienstleistungen unkompliziert und effizient anbieten zu können, ohne sich langfristig an einen Arbeitgeber binden zu müssen, steht besonders bei der jungen Generation Y und Z im Vordergrund. Bereits 2017 hat die NZZ dazu einen interessanten Artikel publiziert.

Es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass immer mehr Schweizer Unternehmen flexible Arbeitsplatzmodelle miteinbeziehen. Es wird geschätzt, dass ca. 30% der Arbeitnehmer bereits heute Home-Office-Möglichkeiten nutzen.

Auch der Co-Working-Markt weitet sich immer mehr aus. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, welche flexible Arbeitsplatzumgebungen anbieten, wie z.B. VillageOffice. verrichten können.

Swissstaffing spricht in seiner Aktualisierungsstudie von 2014 sogar von einem Zuwachs der Temporärbranche von über 21% seit dem Jahr 2010 und befasst sich ebenfalls mit dem Thema Gig Economy.

Wirtschaftliche Bedeutung

2008 hatten wir mit einer weltweiten Rezession zu kämpfen. Viele Unternehmen verhängten Einstellungsstopps. Dies hat zu einer massiven Spaltung zwischen Arbeitnehmern unter 30 Jahren und Arbeitnehmern über 50 geführt.

Für Arbeitslose ist die Gig-Economy sowohl Chance als auch Herausforderung. Da viele kleine Teilzeitjobs verfügbar sind, können auch nicht Vollzeitbeschäftigte Jobs finden, um über die Runden zu kommen. Da es für Arbeitgeber jedoch günstiger ist, Jobs als Auftrag zu betrachten und zu handhaben, wird es immer schwieriger werden Vollzeitjobs zu finden bei der zunehmenden Digitalisierung. Dies ruft nach einem Umdenken auf allen Ebenen: Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Erfahrung und Möglichkeiten / Werte und Unabhängigkeit

Junge Menschen sehnen sich nach neuen Erfahrungen und neuen Möglichkeiten, insbesondere wenn sie nicht sicher sind, was sie tun wollen. Die Gig-Economy gibt ihnen diese Möglichkeit.

Die Gig-Econnomy ist auch eine Alternative für Menschen welche ohne fixe Arbeit sind oder vom RAV bereits ausgesteuert worden sind. Sie verschafft Menschen weiterhin die Möglichkeit sich «nützlich» zu fühlen und für sich selbst zu sorgen, ohne in die Fänge der Sozialwerke zu fallen.

Junge Menschen sind dafür bekannt, dass sie am Arbeitsplatz Unabhängigkeit suchen und sich wann immer möglich für flexible Arbeitszeiten und Fernarbeitmöglichkeiten entscheiden. Sie möchten auch für Arbeitgeber arbeiten, deren Werte sich eng an ihre eigenen orientieren, und bei der Auswahl eines neuen Arbeitsplatzes Werte über die Bezahlung als oberste Priorität setzen.

Indem sie als unabhängige Auftragnehmer in einer Gig-Economy arbeiten, erhalten sie mehr Kontrolle über ihre Arbeit und über ihre Karriere insgesamt. So können sie Karriereunabhängigkeit aufbauen und gleichzeitig Geschäftspartner, Kunden und Verkäufer auswählen, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Gig-Economy insgesamt eine gute Sache oder eine schlechte Sache für die wirtschaftliche Entwicklung ist. Für finanzschwache Arbeitnehmer, welche einen Vollzeitjob anstreben, kann die Gig-Economy frustrierend sein. Für diejenigen, welche sich eine Vielfalt an Erfahrungen wünschen ist die Gig-Economy die perfekte Gelegenheit, um diese Ziele zu erreichen.

Wie weiter? - CALL-TO-ACTION

  • Ob wir es wollen oder nicht, wir alle müssen uns mit dieser Thematik auseinandersetzen;
  • Wenn wir flexibel sind und die Veränderung mittragen, können wir diese auch mitgestalten und davon profitieren;
  • Wir appellieren an den Regulator, sich zeitnah die notwendigen Gedanken zu machen, damit auch die Gig-Economy in geordneten Bahnen abläuft;
  • Auch die Arbeitnehmerorganisationen müssen umdenken und an der Mitgestaltung mitarbeiten.
ShareGallen – Eine Stadt und die Sharing Economy

ShareGallen – Eine Stadt und die Sharing Economy

Am 25. April 2018 fand im KUGL in St. Gallen die erste «ShareGallen» Veranstaltung statt. Ins Leben gerufen wurde dieser Event durch die Abteilunng Umwelt & Energie der Stadt St. Gallen. Auslöser dazu war der erfolgreiche Abschluss einer Studie «Sharecity – Sharing-Economy-Strategien für Schweizer Städte am Beispiel der Modellstadt St. Gallen», welche durch die HSLU in Zusammenarbeit mit der Stadt St. Gallen, aber auch einigen nahmhaften Sharing-Anbietern und Sharecon durchgeführt worden ist.
Das Bild und die dazugehörenden Sharing Icons sind von Dominik Rüegg.
Diese erste Durchführung darf durchaus als Erfolg betrachtet werden und wir hoffen doch, dass wir bald andere Städte antreffen werden, welche dieses Konzept übernehmen und damit die Sharing Economy weiter in die Regionen tragen.

Im ersten Teil der Veranstaltung informierte Prof. Dr. Dominik Georgi der HSLU über die durchgeführte Studie und derenn Ergebnnisse. Die anwesenden Studienteilnehmer erhielten auf diese Weise Einblick in die Resultate und nutzten die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Austauschen.

Die Studie zeigte einige interessante Ergebnisse auf. Dazu gehört auch eine Befragung von potenziellen Konsumenten, welche Fragen zur Angebotsqualität, des Nutzungswillens und der Nutzungsvermutung beantworteten und zwar in den Bereichen Bikesharing, Wohnung-Teilen und Garten-Sharing. Die Werte für Qualität lagen dabei zwischen 64% und 71%. Die Werte für die Nutzungsabsicht lagen hingegen zwischen 32% und 41%. Daraus lässt sich schliessen, dass die Konsumenten die Angebote grundsätzlich als gut und interessant einstufen, dass die eigentliche Absicht diese Angebote zu nutzen jedoch weit tiefer liegt. Es gibt also noch eine grosses Potenzial an Nutzern, welche es zu bearbeiten gilt.

Stadtrat Peter Jans eröffnete den Anlass mit einigen Gedanken zum Thema Sharing Econnomy in Form von Antworten zu Fragen, welche er sich dazu gestellt hatte: «Ist Sharing Economy nur etwas für den Durchschnittsbürger?», «Ist Sharing eigentlich etwas Neues?» und «Welchen Nutzenn kann die Sharing Economy generierxen?»

Hier einige kleine Ausschnitte aus seinen Ausführungen.

Hier noch eine kleine Bildgalerie des Events. Einfach auf das Bild klicken!

 

Die Teilnnehmer waren sehr aktiv. Nicht nur führte Ostsinn ein Speeddating der besonderen Art durch, so dass sich die Teinnehmer gegenseitig kennenlernen konnten.

Es wurde jedoch auch „gearbeitet“. Unter der Führung von Prof. Dr. George ging man der Frage nach «welches sind die Bedürfnisse der Sharing Anbieter und welchen Beitrag kann eine Stadt dazu beitragen?»

Fazit der Veranstaltung

Die Stadt St. Gallen hat mit dieser Veranstaltung eine Initiative ergriffen um die Sharing Economy seinen Bürgern näher zu bringen. Die rege Teilnahme der St. Galler hat gezeigt, dass ein grosses Interesse vorhanden ist.

Die Besucher hatten die Möglichkeit die Sharing Economy aktiv zu erleben und den direkten Kontakt mit den Anbietern zu suchen. Folgende Aussteller waren dabei:

  • benevol Zeitbörse
    Professionelles Netzwerk zum Tausch von Dienstleistungen
  • carvelo2go
    eCargo-Bike Sharing in der Stadt St.Gallen
  • Cook Eat
    Online Community-Marktplatz für dein Lieblingsessen in deiner Nachbarschaft
  • CreativeSpace St.Gallen
    Kreativ-Arbeitsort in St.Gallen für Kreative und Startups
  • kleika St. Gallen
    Atelier für Secondhand Kleider, Upcycling und Näharbeiten 
  • LeihBOX
    Praktische, stabile und die Umwelt schonende Umzugsboxen aus Kunststoff
  • Lattich
    Zwischennutzung Lattich-Quartier
  • mgp-ost
    Gemeinnützige Baugenossenschaft Mehrgenerationenwohnen
  • Mobility
    Schweizweites Carsharing
  • myCamper
    Sharing Plattform für Camper in der Schweiz
  • oikos St. Gallen
    Studierendenorganisationen im Bereich nachhaltige Wirtschaft
  • OstSinn – Raum für mehr
    Plattform für Nachhaltigkeit in der Ostschweiz
  • sharecon
    Schweizerischer Verein zur Unterstützung und Vernetzung der Schweizer Sharing Economy
  • Sharely.ch
    Miet – und Vermietplattform für Alltagsgegenstände
  • Stiftung Zeitvorsorge
    Rüstige Rentnerinnen und Rentner unterstützen hilfsbedürftige, hochaltrige Menschen im Alltag
  • Swap St.Gallen
    Kleidertauschbörse in der Stadt St.Gallen
  • Thinkpact Zukunft
    Denklabor und Plattform für den Wandel hin zu einer kollaborativen und zukunftsfähigen Wirtschaft
  • teildo.ch
    Online-Plattform für Gegenstände aller Art mit gratis Versand.
  • Verein Es wird. & Initiative ReparierBar Ostschweiz
    Verein mit Sitz in St.Gallen für Projektideen mit nachhaltiger und gemeinnütziger Wirkung
  • Verein heurisko aka Sandkasten
    Arbeitsbereich, Labor und Werkstatt zur gemeinsamen Nutzung für Menschen, die Ideen umsetzen
  • VillageOffice
    Schweizer Coworking-Netzwerk
  • WirkRaumKirche
    Plattform für spirituelle, kulturelle und soziale Projekte in Stadt und Raum St. Gallen

Danke an dieser Stelle nochmals an die Stadt St. Gallen, der HSLU Luzern und der Stiftung Mercator für diesen sehr gelungenen Anlass. Wir freuen uns auf die nächste Stadt, welche diese Art von Begegnung zwischen Bürgern/Konsumenten und der Sharing Economy ermöglichen.

Gut in Fahrt gekommen: nimms.ch, die neue Seite für alles Kostenlose

Gut in Fahrt gekommen: nimms.ch, die neue Seite für alles Kostenlose

Die Stadt Bern (Entsorgung + Recycling Stadt Bern) kooperiert seit einigen Monaten mit www.nimms.ch, der neuen Seite für kostenlose Gegenstände. Dank dieser Abfallpräventionsmassnahme sollen die jährlichen Kosten von ca. einer halben Million Schweizer Franken für Trottoir-Entsorgungen und wilde Deponien reduziert werden, siehe dazu auch den Artikel in der Berner Zeitung. Mit nimms.ch erhalten die Bürger eine niederschwellige Möglichkeit, Gegenstände kostenlos weiterzugeben, das hilft allen Beteiligten: dem Geber, dem Nehmer, der Stadt – und auch der Umwelt.

Es gibt zwar unzählige Facebook-Gruppen sowie Tutti und Konsorten, aber es fehlte bisher „DIE Seite für Kostenloses“, wo alles gratis ist und die allen ein Begriff werden soll. Die meisten aktuellen Seiten und Gruppen führen eine Mischung aus zahlungspflichtigen und kostenlosen Gegenständen. Bei vielen vermeintlich kostenlosen Gegenständen wird aber dann im Kommentarbereich oder in der Beschreibung trotzdem zur Preisdebatte aufgerufen (der Anschein der Kostenlosigkeit wird insbesondere in Facebook-Gruppen oft missbraucht). Das führt zu Hürden und Komplexität beim Weitergeben von Gegenständen. Viele Leute haben das Bedürfnis, noch brauchbare Gegenstände schnell, einfach und kostenlos wegzugeben oder zu erhalten.

Aus diesem Grund entstand www.nimms.ch. Darauf ist alles kostenlos. Die Bedienung ist einfach und optimiert für den Smartphone-Browser. nimms.ch soll DIE Seite für alle kostenlosen Gegenstände in der Schweiz werden. Gegenstände sollen schweizweit ein verlängertes Leben erhalten und mehr Nutzen stiften. Die Nutzungszahlen sowie das „gefällt mir“-Wachstum auf Facebook (www.facebook.com/nimms.ch) bestätigen das Bedürfnis. Per Dezember 2017 durfte das Team eine Zusammenarbeit mit Entsorgung + Recycling Stadt Bern (ERB) starten (vgl. www.nimms.ch/partners). Die Stadt Bern erachtet nimms.ch als Massnahme ihrer Abfallpräventionsstrategie. Zusammen führen die Partner Werbekampagnen im Internet sowie in Zeitschriften durch. Ausserdem wird der Sperrguttransportservice von ERB den nimms.ch-Nutzern aus der Stadt Bern vorgeschlagen, wenn diese eine Erinnerungs-E-Mail zu ihren raufgeladenen Gegenständen erhalten.

„Die vielen positiven Rückmeldungen der Nutzer sind teilweise gar herzerwärmend und motivieren uns“ sagt Jonas Bigler. Aktuell versucht das Team hinter nimms.ch weitere Städte und Gemeinden als Partner zu gewinnen. „Ein Schritt nach dem anderen“ sagt Jonas und fügt an „wir sind dankbar für jeden Like auf Facebook und jede Erwähnung im Pausengespräch“.


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